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Home›Düsseldorf›Aktuelles›Große Kunstaktion für Kinderrechte auf dem Düsseldorfer Burgplatz

Große Kunstaktion für Kinderrechte auf dem Düsseldorfer Burgplatz

Von Claudia Hötzendorfer
6. Juli 2016
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Ein buntes Wimmelbild für Kinderrechte stellte die Aktion der SOS-Kinderdörfer dar

Staunende Erwartung bei Passanten am Burgplatz. Unterhalb der Treppe am Schlossturm tut sich was. Kinder wuseln herum und bauen Installationen für eine Kunstaktion auf, die als „Deutschlands größtes Wimmelbild“ auf Kinderrechte aufmerksam machen soll. Die Aktion ist eine Kooperation der SOS-Kinderdörfer weltweit und der Kulturinitiative „Child of Play“.

D_SOS_Figuren_07062016

Kinder Hand in Hand für Kinderrechte auf dem Burgplatz

Sie ist der Auftakt zu einem globalen Projekt zum Thema Kinderrechte. Insgesamt 200 Kinder aus drei Düsseldorfer Schulen machten mit. Am 27. August wird das „Wimmelbild“ noch einmal auf dem NRW-Fest präsentiert. Zwei Wochen lang planten, entwarfen und bastelte Schüler der Klassen 5 und 6 des Görres-Gymnasiums, die Viertklässler der Max-Grundschule und die Seiteneinsteigerklasse der Hauptschule Benrath in Workshops für das, was am Mittwochvormittag am Burgplatz als „Deutschland größtes Wimmelbild“ Gestalt annimmt. „Die Schüler konnten dabei ihre Ideen und Vorschläge zum Thema Kinderrechte kreativ umsetzen“, erklärt Petra Horn, Vorstand der SOS-Kinderdörfer weltweit. Die Organisation hat das Projekt initiiert, das der Auftakt für globale Aktionen ist, die auf Kinderrechte aufmerksam machen sollen.

Kinderrechte nicht im Grundgesetz verankert

„Kinderrechte sind zwar ratifiziert, aber längst nicht fester Bestandteil des Grundgesetzes“, so Louay Yassin, Pressesprecher der SOS-Kinderdörfer weltweit und Petra Horn ergänzt: „Es gibt eine ganze Reihe von Kinderrechten, doch wir wollten uns für diese Aktion auf drei konzentrieren: Das Recht auf Bildung, Spiel und Teilhabe“. Ohne Spiel, meint Horn, gäbe es keine Bildung und ohne Bildung keine Teilhabe. Deshalb sollten die Schüler in den Workshops auch selbständig kreativ werden. Unterstutzt wurden sie dabei von sieben Künstlern der Kulturinitiative „Child of Play“, die ihnen dabei halfen, ihre Ideen in die Tat umzusetzen. Die Kids nahmen ihre Aufgabe sehr ernst und waren mit Feuereifer dabei.  

D_SOS_Eule_07062016

Die ganze Aktion fand im Schatten der weisen Schlossturm-Eule statt

Unterschiedliche Wurzeln und Lebenserfahrungen

Zwar leben sie alle in Düsseldorf, doch haben sie unterschiedliche Wurzeln und Lebenserfahrungen – wie beispielsweise die Flüchtlingskinder der Seiteneinsteigerklasse der Hauptschule Benrath – die sie in das Projekt nun mit einbringen konnten.

Gemeinsam schufen sie Graffiti oder einen witzigen Elefanten aus Holz mit Brille. Spielerisch studierten die Mitglieder von „Child of Play“ mit den Kids Posen ein, die sie bei der Präsentation am Burgplatz gewissermaßen als lebendes Kunstprojekt als große Gruppe wiederholen, um dabei schrittweise fotografiert zu werden. Die einzelnen Fotos werden dann als „größtes Wimmelbild Deutschlands“ zusammengesetzt und am 27 August im Rahmen des NRW-Festes wiederum am Burgplatz präsentiert. Auch der alte Schlossturm bekam dabei eine Rolle. So eingerüstet, wie er derzeit dasteht, wollten ihn die kleinen Künstler nicht lassen. Die Stadt gab grünes Licht und so bekam das Gebäude Augen, Schnabel und Krallen. Fertig ist die Eule mit Blick auf Vater Rhein. Schade eigentlich, dass er die Maskerade nicht noch eine Weile länger behalten darf.

Weltweit mehr als 60 Millionen Kinder ohne Bildungsmöglichkeit

Bildung ist ohne Frage eines der wichtigsten Kinderrechte. Weltweit können mehr als 60 Millionen Kinder nicht zur Schule gehen, Tendenz steigend. Kriege und daraus resultierende Flüchtlingskatastrophen sind zwei Hauptgründe für diese Entwicklung. „Weltweit hat das Recht auf Bildung Priorität. Das Recht auf Spiel rückt dabei etwas in den Hintergrund, da die Kinder in der Regel spielen können. Hierzulande ist es genau umgekehrt. Bildung ist selbstverständlich. Doch das Recht auf Spiel und Kreativität, wird aufgrund von Leistungsdenken dabei oft übersehen“, resümiert Louay Yassin und Petra Horn fügt hinzu: „Teilhabe ist für alle Kinder wichtig. Denn sie sollten mitbestimmen dürfen, schließlich sollen sie später als Erwachsene selbstbestimmt wichtige Entscheidungen treffen können. Dafür ist Teilhabe eine Voraussetzung.“

Infos zum Projekt und den SOS-Kinderdörfern weltweit unter: www.sos-kinderdoerfer.de

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