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Home›Politik›Düsseldorf Wersten und Holthausen: "i-Punkt-Arbeit" der AWO ist neu an der Küppersteger Straße

Düsseldorf Wersten und Holthausen: "i-Punkt-Arbeit" der AWO ist neu an der Küppersteger Straße

Von Ute Neubauer
20. Juni 2016
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Jürgen Mai und Julia Wagner vor ihrem Büro an der Küppersteger Straße 1 in Wersten

Wenn man Julia Wagner und Jürgen Mai nach ihrer Arbeit fragt, lächeln sie. Am Freitag waren sie beim Fest auf dem Kamper Acker, am Samstag auf einem Sommerfest, am Montag hatten sie selber Gäste in ihrem neuen Büro an der Küpperssteger Straße. Was sich nach Spaß und feiern anhört, ist Basis ihrer Arbeit. Die beiden Mitarbeiter der AWO gehen in die Stadtteile Holthausen und Wersten und möchten Menschen kennenlernen. Hauptaugenmerk liegt dabei auf Langzeitarbeitslosen, die oft zurückgezogen leben, weil sie sich ihrer Situation schämen.

Je länger ihre Arbeitslosigkeit dauert, desto mehr schwindet bei den Betroffenen die Hoffnung, dass sich noch etwas an ihrem Zustand ändert. Dies kann jeden treffen, völlig unabhängig von der Qualifikation. In Düsseldorf gibt es vier neue „i-Punkte-Arbeit“, die Langzeitarbeitslose unterstützen und zu einem Neuanfang motivieren wollen. Einer davon ist in Wersten an der Küppersteger Straße 1. Mittlerweile hängt auch ein Schild an der Tür, damit die Betroffenen ihn finden können. Julia Wagner und Jürgen Mai sind aber auch permanent in ihren Stadtteilen unterwegs.

D_AWO_ipunkt_Schild_20062016

Ein Schild an der Hauswand hängt schon, gerne hätten die Mitarbeiter auch noch einen Schaukasten, in denen sie ihre Angebote präsentieren können

Brückenfunktionen der i-Punkte

Familienberatung gehört ebenso zum Angebot wie die Unterstützung bei der Suche nach einem Kita-Platz, ohne den Mütter überhaupt keine Arbeit bekommen. Dabei ist es völlig egal, ob die Betroffenen im Jobcenter gemeldet sind oder nicht. Die Arbeitsmarktlotsen helfen ganz konkret über bürokratische Hürden, unterstützen bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen, der Anerkennung ausländischer Abschlüsse oder der Prüfung finanzieller Fördermöglichkeiten.

Ziel ist es, mit den Betroffenen gemeinsam eine neue Perspektive zu entwickeln. Im „i-Punkten-Arbeit“ erhält jeder individuelle Beratung. Denn die Biografien der Arbeitslosen sind vielfältig. Eine Standardlösung gibt es dabei nicht. Warten einige nur auf eine Chance, müssen andere zuerst in die Lage versetzt werden, an einem Arbeitsplatz bestehen zu können. In den Zentren werden auch Bewerbungstrainings und Coachings angeboten.

D_AWO_ipunkt_Büro_20062016

Neben dem Büro der beiden Arbeitsmarktlotsen gibt es auch noch einen Raum für Seminare oder Bewerbungstraining und eine kleine Küche

Ins Netzwerk werden auch Firmen eingebunden

Zusätzlich suchen die Arbeitsmarktlotsen den Kontakt zu Firmen. Oft sind Arbeitgeber überrascht, welches Potential sich bei Bewerbern wecken lässt, wenn sie eine Chance erhalten und nicht nur nach ihren Unterlagen beurteilt werden. Eng vernetzt arbeiten die Beratungsbüros mit Jobcenter, Agentur für Arbeit und anderen lokalen Akteuren zusammen. Jürgen Mai berichtet, er habe für einen Menschen bereits ein Praktikum im Lore-Agnes-Haus vermitteln können und gerade prüft er gemeinsam mit dem Vermittelten, ob vielleicht eine Ausbildung zu Altenpflege eine Perspektive sein kann.

Projekt bis 2018

Die Stadt Düsseldorf möchte die Langzeitarbeitslosen unterstützen und hat vier „i-Punkte-Arbeit“ ins Leben gerufen.  Die Büros werden von der Diakonietochter renatec, der Zukunftswerkstatt Düsseldorf (ZWD), der Caritas und der AWO betrieben. In regelmäßiges Treffen tauschen sich die Mitarbeiter der vier Zentren über ihre Arbeit aus. Das Geld für die i-Punkte kommt aus Mitteln der Stadt, durch das ESF-Bundesprogramm "Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier (BIWAQ)" und zu kleinen Teilen aus Eigenmitteln der Träger. Die Stadt Düsseldorf stellt dafür insgesamt rund 383.000 Euro jährlich bereit. Das Projekt ist vorerst auf drei Jahre angelegt.

Die Standorte der vier Beratungsbüros "i-Punkt Arbeit"

Wersten/Holthausen:

Julia Wagner und Jürgen Mai

AWO Berufsbildungszentrum gGmbH, Küppersteger Straße 1, Telefon 56 67 94 69

Öffnungszeiten: Montag von 14 bis16 Uhr, Dienstag und Donnerstag von 10 bis 12 Uhr sowie nach Terminvereinbarung

Eller/Hassels Nord:

Luzia Schwier, Stefan Dimitrow von der renatec GmbH, Fürstenberger Straße 41, Telefon 9 98 88 11 und 9 98 88 12, Öffnungszeiten: Montag von 14 bis16 Uhr, Dienstag bis Donnerstag von 10 bis 12 Uhr sowie nach Terminvereinbarung

Oberbilk/Flingern:

Gaby Keil vom Caritasverband Düsseldorf e.V., Kölner Straße 250, Telefon 22 96 67 08, 22 96 67 09 und 22 96 67 50, Öffnungszeiten: Dienstag und Donnerstag von 8.30 bis 10.30 Uhr, Mittwoch von 13 bis 15 Uhr sowie nach Terminvereinbarung

Rath/Mörsenbroich:

Jana Petzoldt und Björn Süerkan von der Zukunftswerkstatt Düsseldorf GmbH, Stieglitzstraße 41, Telefon 98 43 67 63, Öffnungszeiten: Montag von 14 bis16 Uhr, Dienstag und Donnerstag von 10 bis 12 Uhr sowie nach Terminvereinbarung

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