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Home›Politik›Düsseldorfer Rat dreht bei der Tour de France noch immer am Rad

Düsseldorfer Rat dreht bei der Tour de France noch immer am Rad

Von Ute Neubauer
3. Juni 2016
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Um mitsprechen zu können, ließ Geisel sich von Bürgermeister Conzen beim Ratsvorsitz vertreten

Es steht bei jeder Ratssitzung auf der Tagesordnung: Der Bericht aus der Kleinen Komission Grand Départ Düsseldorf 2017. So auch am Donnerstag (2.6.). Mit der gleichen Regelmäßigkeit liefern sich die Ratsmitglieder mit Oberbürgermeister Thomas Geisel ein Scharmützel über die Finanzierung und noch fehlende Sponsoren. Damit hat die Tour der France 2017 auf jeden Fall schon einen Rekord erreicht. Spitzenreiter an Redebeiträgen bei gleichzeitig höchster Emotionalität.

Eigentlich wollen doch alle den Grand Départ – unterstellte der Oberbürgermeister bei seiner Stellungnahme in der Ratssitzung am Donnerstag (2.6.) und ist optimistisch, die Kosten auch in den Griff zu bekommen. So zuversichtlich sind die Ratsmitglieder nicht und immer noch schwingen die bitteren Erinnerungen an das denkbar knappe Abstimmungsergebnis für die Bewerbung am 5. November 2015 mit. Manfred Neuenhaus, stellvertretender Vorsitzender der FDP im Rat formulierte es so: "Es gab und gibt keine demokratische Mehrheit für die Tour de France“.

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Oberbürgermeister Thomas Geisel ist nicht nur auf der suche nach Sponsoren, er bräuchte auch noch Befürworter

Abstimmungsdebakel bei Entscheidung zur Bewerbung

Wessen Stimme es war, die damals bei der geheimen Abstimmung der Ausschlag für die Zustimmung zur Bewerbung um den Grand Départ gab, kann niemand sagen. Da aber wohl auch der Republikaner und der AFD-Vertreter für die Bewerbung gestimmt hatten, könnte die eine Stimme Mehrheit von ihnen gekommen sein. CDU, FDP und Linke hatten damals verlauten lassen, dass sie es bei der angespannten Haushaltslage der Stadt für keine gute Idee hielten, 6,2 Millionen Euro für den Start der Tour der France auszugeben.

Mindestens 4,1 Millionen fehlen noch

Die Höhe der Kosten sollte sich durch Sponsoren reduzieren, doch große Erfolge bei der Suche konnte das Organisationsteam bislang nicht vorweisen. Den Gesamtkosten von 11,2 Millionen Euro stehen nach städtischer Rechnung Einnahmen von 7 Millionen Euro gegenüber. Macht eine Lücke von 4,1 Millionen Euro für die Stadt. Allein für 2016 fallen Kosten in Höhe von 3,8 Millionen Euro für Lizenzen und vorbereitende Maßnahmen an.

Alle gemeinsam für Düsseldorf?

Neben der schwierigen finanziellen Situation scheint aber die Stimmung zwischen den Fraktionen fast das größere Problem. Norbert Czerwinski, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Rat, warf Geisel zum wiederholten Male vor, sich nicht um die Beschaffung von Mehrheiten zu kümmern. Auf Geisels Vorwürfe an die CDU, die stetigen Störfeuer wären nicht gut für die Sponsorensuche und „Wenn Sie schon nicht selber liefern, dann stören sie die Suche bitte nicht“, betonten die Christdemokraten, das Scheitern des Grand Départs nicht zu wollen. Ratspirat Frank Grenda ist überzeugt von den positiven Effekten, die das Großereignis für die Landeshauptstadt haben wird. Er mahnte seine Kollegen im Rat, dass es die Aufgabe von jedem Einzelnen sei, sich für die Tour einzusetzen. Das momentane Gezänk werfe ein verheerendes Bild auf die Stadt und würde Sponsoren eher abschrecken.

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