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Home›Kultur›Düsseldorf und der Tod: Gespräche mit 20 Menschen auf der Palliativstation

Düsseldorf und der Tod: Gespräche mit 20 Menschen auf der Palliativstation

Von Ute Neubauer
21. April 2016
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Autor Uwe Schulz am Mittwochabend in Düsseldorf: 20 Begegnungen auf der Schwelle zum Tod

Die Palliativstation. Der Tod ist nur noch eine Tür entfernt. Genau das hat der Journalist und Autor Uwe Schulz gesucht. Auf der Schwelle zur Unendlichkeit sprach er mit 20 Menschen. Die Gemeinsamkeit dabei ist, dass es keine Gemeinsamkeit gibt. Jeder stirbt für sich allein.

Am Mittwochabend (20.4.) las Uwe Schulz in der Palliativstation der Uni-Kliniken. Dr. Martin Neunkirchen, ärztlicher Leiter am Interdisziplinären Zentrum für Palliativmedizin an der Uniklinik Düsseldorf, begrüßte rund 60 Gäste. Das waren mehr als erwartet. Es gab Stühle für 50 Personen in der „ Wohnstube“, zehn Personen lauschten aus der Küche und dem Korridor.

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Uwe Schulz las aus seinem Buch "Nur noch eine Tür"

Offener mit dem Tod umgehen

Es begann mit einem Videoeinspieler einer bereits verstorbenen Patientin der Palliativstation, die sich in einem Interview einen offenen Umgang mit dem Tod wünscht, vor allem mit dem Partner. „Wenn ich als Sterbende meine Gedanken, Ängste, aber auch Hoffnungen mitteilen kann, fühlte ich mich lebendig, es gibt mir auch Sicherheit ich habe das Gefühl das nichts verheimlicht werden muss. Die lästige Müdigkeit ist eine gute Vorbereitung zu sterben, ich wünsche mir das nicht, daher lerne ich loszulassen…“

Wertschätzung für das Leben

Uwe Schulz hat auf der Palliativstation Menschen mit sehr unterschiedlichen Erfahrungen getroffen. Ein Mann sollte nicht über das Sterben sprechen, sondern über Krimis aus seiner Kindheit. Versöhnung, sagt Uwe Schulz, muss am Lebensende nicht immer gelingen. Niemand könne dem Sterbenden seine Wahrheit aufoktroyieren. Schulz bittet um Respekt für gemeinsame Momente, um Wertschätzung für das zerbrechliche Leben.
Und er regt an, über diese Frage nachzudenken: Wofür investiere ich Zeit in meinem Leben?
Am Ende gibt es viel Applaus und viele Nachfragen und Gespräche unter den Ehrenamtler, Ärzten, Betroffenen, Trauernden, Pflegern und Studenten. Ein lebendiger Abend auf der Palliativ-Station.

Nur noch eine Tür: Letzte Gespräche an der Schwelle des Todes von Uwe Schulz

Fontis – Brunnen Verlag Basel, ISBN-13: 978-3038480099, 12,99 Euro

Was ist Palliativmedizin?

Palliativmedizin ist nach den Definitionen der Weltgesundheitsorganisation und der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin „die aktive, ganzheitliche Behandlung von Patienten mit einer progredienten (voranschreitenden), weit fortgeschrittenen Erkrankung und einer begrenzten Lebenserwartung zu der Zeit, in der die Erkrankung nicht mehr auf eine kurative Behandlung anspricht und die Beherrschung von Schmerzen, anderen Krankheitsbeschwerden, psychologischen, sozialen und spirituellen Problemen höchste Priorität besitzt“. Sie geht über eine rein palliative Therapie beziehungsweise Palliation hinaus, denn nicht die Verlängerung der Überlebenszeit um jeden Preis, sondern die Lebensqualität, also die Wünsche, Ziele und das Befinden des Patienten stehen im Vordergrund der Behandlung.

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