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Home›Wirtschaft›Unternehmen›Teilung als Ausweg aus der Krise: E.ON geht nach Essen, Uniper kommt nach Düsseldorf

Teilung als Ausweg aus der Krise: E.ON geht nach Essen, Uniper kommt nach Düsseldorf

Von Dirk Neubauer
28. April 2015
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Kernkraft spaltet Atome, Windkraft spaltet Unternehmen: E.ON teilt sich in zwei Firmen auf

Nach einem herben Verlust in Höhe von 3,2 Milliarden Euro im Jahr 2014 treibt der größte deutsche Energiekonzern E.ON seinen Umbau voran. Der Aufsichtsrat hat dem Plan zugestimmt, das Unternehmen in zwei Firmen aufzuspalten. E.ON werde sich um erneuerbare Energie, Energienetze und Kundenlösungen bemühen. Das zum 1. Januar 2016 neu zugründende Unternehmen „Uniper“ wird sich der konventionellen Energieerzeugung, dem Energiehandel und der Exploration &Produktion widmen.
E.ON wird seinen Firmensitz künftig in Essen haben, Uniper mit rund 2000 Beschäftigten in das E.ON-Haus in Düsseldorf einziehen. Damit verliert Düsseldorf ein weiteres, im höchsten deutschen Aktienindex DAX notiertes Unternehmen; zugleich gewinnt die Stadt aber rund 500 Arbeitsplätze, die aus Hannover und Essen an den Rhein verlagert werden.

Die Teilung des Unternehmens ist eine Reaktion auf die Energiewende und die damit verbundene Krise aller großen Energieunternehmen. Zum einen sollen die Atomkraftwerke so rasch als möglich abgeschaltet werden. Zum anderen ist der Strom durch das Mehrangebot aus erneuerbaren Energiequellen so preiswert geworden, dass sich Kohle- und Gaskraftwerke kaum noch rentabel betreiben lassen.

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Die E.ON Hauptversammlung muss am 8. Juni über Teilung und Personaltableau entscheiden

Mit der Aufspaltung galt es, das Führungspersonal für die auf den 8. Juni terminierte Hauptversammlung neu zu ordnen. Johannes Teyssen (55) behält auch nach der Aufspaltung den Vorstandsvorsitz von E.ON. Die operativen Geschäfte führen Leonhard Birnbaum (48) und Bernhard Reutersberg (61). Birnbaum wird als Chief Regions Officer (CRO) die Verantwortung für die Geschäfte in den Kernmärkten und damit für E.ONs Vertriebskunden sowie die Netzaktivitäten übernehmen. In seiner Verantwortung sollen die Marktaktivitäten des Konzerns in Deutschland, Großbritannien, Schweden, Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Rumänien weiter gestärkt werden. Reutersberg, dessen Vorstandsvertrag bis 2017 verlängert wurde, übernimmt die Verantwortung als Chief Markets Officer (CMO) und wird in dieser Funktion die Entwicklung innovativer Kundenlösungen vorantreiben und die Geschäfte mit Erneuerbaren Energien steuern. Neu in den Vorstand tritt der künftige CFO Michael Sen (46) ein. Er übernimmt die Aufgaben von Klaus Schäfer zum 1. Juni. Der im Rheinland geborene Sen arbeitet seit fast 30 Jahren im Siemens-Konzern.

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Auf Pellworm versucht’s E.ON mit Solarenergie

Bei Uniper übernimmt Klaus Schäfer (47) den Vorstandsvorsitz. Er leitet seit 2013 das Finanzressort von E.ON und hat in seiner fast 20-jährigen Unternehmenslaufbahn unterschiedlichste Führungsaufgaben im zentralen Strategiebereich in Düsseldorf, als CEO des italienischen Kraftwerks- und Vertriebsgeschäftes und schließlich als Vorstandsvorsitzender der E.ON Ruhrgas und der E.ON Global Commodities verantwortet. Schäfer bleibt zunächst Vorstandsmitglied bei E.ON und führt in dieser Position wesentliche Geschäfte der künftigen Uniper bis zur Etablierung der Gesellschaft. „Mit seiner breiten Erfahrung gerade auch in den Kerngeschäften der künftigen Uniper und seiner langjährigen Verankerung in der E.ON haben wir mit Klaus Schäfer den geeignetsten Kandidaten für den künftigen Vorstandsvorsitz gewonnen“, so Wenning.

Ein Ex-Unternehmensberater als CFO

Die Aufgabe als CFO soll Christopher Delbrück (48) übernehmen. Delbrück ist Volkswirt und begann seine berufliche Laufbahn 1995 als Berater bei der Boston Consulting Group mit Schwerpunkt Energiewirtschaft. 2002 trat er in den E.ON Konzern ein. Als Finanzvorstand der schwedischen E.ON-Tochter verantwortete er deren Integration in die E.ON-Gruppe. Anschließend begleitete Delbrück als Finanzvorstand von E.ON Energy Trading und E.ON Ruhrgas deren Fusion im Jahr 2012 zu E.ON Global Commodities. Seit 2013 führt Delbrück dieses Unternehmen als CEO. Eckhardt Rümmler (55) übernimmt als Chief Operating Officer (COO) die Verantwortung für alle technischen Anlagen, insbesondere die konventionellen Kraftwerke und Gasspeicher der Uniper. Eckhardt Rümmler ist Diplom-Ingenieur und verfügt über eine fast 30-jährige Erfahrung in der Energiewirtschaft. Nach zahlreichen Stationen im gesamten Kraftwerksgeschäft war er unter anderem Leiter der Unternehmensstrategie von E.ON und verantwortet heute als CEO die gesamte konventionelle und erneuerbare Stromproduktion des Konzerns. In den kommenden Monaten soll das Vorstandsteam um einen Chief Commercial Officer (CCO) ergänzt werden, der für die gesamte Vermarktung und den globalen Energiehandel zuständig sein wird.
„Es ist gut, dass wir für Uniper mit den Herren Schäfer, Delbrück und Rümmler ein anerkannt starkes Führungsteam benennen können. So ist es möglich, Uniper in den nächsten Monaten optimal aufzustellen, um im Rahmen des ambitionierten Zeitplans zum 1. Januar 2016 starten zu können“, so Wenning.

Fotos: E.ON

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