Düsseldorf Holthausen: Hallenareal Rheindocks feiert Richtfest im neuen Gewerbepark

So ein Richtfest hat eine gewisse Fallhöhe. Holzbauer Eddy Korte hat soeben seinen gereimten Richtfest-Spruch vorgetragen und anschließend das Glas erhoben. Nun muss es – gemäß alter Tradition – auf den Boden geworfen werden. Aus fast acht Metern Höhe knallt das Glas auf den Betonboden. Denn in den Rheindocks an der Reisholzer Werftstraße in Düsseldorf Holthausen ist alles ein wenig größer.

Ab 1200 Quadratmeter Fläche und 270 Quadratmeter Büroanteil kann man sich einmieten. Die Projektsmacher von Rheindocks versprechen, Kundenwünsche zu erfüllen.
In diese riesigen Hallen können auch 40-Tonner hineinfahren – wenn es sein muss. Wenn es nach der puren Projektbeschreibung geht, kann sich hier jeder einmieten: Ob Produktion, Handwerk, Lager und Logistik oder Forschung und Entwicklung – die Projektmacher versprechen, dass sie den umbauten Raum ganz nach den Wünschen ihrer Kunden ausbauen. Insgesamt ist das alte Industrieareal 64.300 Quadratmeter groß. Unter dem Namen „Rheindocks“ entsteht zurzeit dort ein Miet-Gewerbepark mit 35.500 Quadratmetern in der Endausbaustufe. Das symbolische Richtfest für etwa die Hälfte dieser Fläche wurde am Donnerstag (19.März) gefeiert.

Beos-Projektleiter Jan Krauskopf begrüßte die Gäste beim Richtfest, pries das Gewerbegebiet als besonders nachhaltig und trieb den letzten Nagel in einen Holzbalken.
Projektleiter Jan Krauskopf betonte in seiner Begrüßungsrede die Nachhaltigkeit der neu erbauten Rheindocks. Wärmepumpen und Photovoltaikanlagen auf den Dächern ermöglichen nach seinen Worten ein CO2-neutrales Heizen und Kühlen der Industriehallen. Für den Anschluss in Lichtgeschwindigkeit an den Rest der Welt gebe es Glasfaser überall. Und für die Beschäftigten seien E-Auto- und E-Fahrrad-Ladestationen in ausreichender Zahl vorgesehen. Der für die Region Düsseldorf verantwortliche Jochen Butz verkauft das Mietobjekt so: „Mit den Rheindocks schaffen wir einen Gewerbepark, der nachhaltige Gebäudestandards mit echter Nutzungsflexibilität verbindet.“

Gruppenbild mit zwei Damen: Die Verantwortlichen des neu erbauten Gewerbeparks waren stolz darauf, einen Meilenstein erreicht zu haben.
Die zuständige Bezirksbürgermeisterin Melina Schwanke, CDU, lässt sich in der Pressemitteilung der Rheindocks so zitieren: „Holthausen hat eine starke industrielle Tradition. Mit Projekten wie den Rheindocks und Loftworks im Quartier Werft68 zeigen wir, dass attraktive Standorte in Düsseldorf aktiv für Unternehmen, Arbeitsplätze und für den Stadtteil entwickelt werden.“ Das Quartier Werft 68, in dem die Rheindocks eingebettet sind, wird von der „Beos AG, Member of Swiss Life Asset Managers entwickelt. Beos ist nach eigenen Angaben auf die Entwicklung und Bewirtschaftung komplexer Unternehmensimmobilien spezialisiert.
Was hält die Bürgerinitiative Hafenalarm vom Rheindock?
Birgit Götz vom “Hafenalarm” war nicht zum Richtfest eingeladen, hat aber eine klare Meinung: “So entsteht nun ein weiteres schwerverkehrerzeugendes Großprojekt im Düsseldorfer Süden, ohne dass die Kapazität der bereits überlasteten Verkehrsanschlüsse untersucht wurde. Bereits 2022 hat die Bürgerinitiative Hafenalarm anlässlich des Bauantrags „Reisholzer Werftstraße, Multi-User-Gewerbepark“ auf 63000 qm (jetzt „Rheindock“ genannt), die Herausgabe der Machbarkeitsstudie zum Hafen Reisholz von der Dezernentin Zuschke gefordert. Die Verkehrsdaten der darin enthaltenen Verkehrsstudie von 2019 waren damals schon veraltet und betrachten nicht die neuen Großprojekte wie nun das Rheindock, die Neuerschließung des ehemaligen Valourec-Geländes und das geplante Terminal der IDR an der Oerschbachstraße, ein multimodaler Verladebahnhof (Lkw/Bahn).
Der dort enstehende Verkehr wird über die Bonnerstraße und die A46 abgewickelt werden. Auch die Zukunftspläne der Firma Aurelis für die großen Gelände (ehemals Shell und RWE) im Hafen Reisholz für einen Industrie- und Gewerbepark werden bisher nur mithilfe dieser überalterten Verkehrsstudie gestützt, obwohl der dort erzeugte Verkehr den gesamten Düsseldorfer Süden belasten wird.
In der Machbarkeitsstudie selbst wird abschließend erwähnt, dass die Auswirkungen der Pandemie nicht eingeflossen sind. Inzwischen ist noch der Ukrainekrieg hinzugekommen und aktuell die katastrophalen erwartbaren Auswirkungen der eskalierenden Kriegssituation im Nahen Osten auf die bundesdeutsche Wirtschaftslage. Die Verkehrssituation auf der Bonnerstraße, der A46 und ihren Zufahrten und der Münchner Straße ist bereits jetzt über die Belastungsgrenze ausgereizt, das ist täglich auch ohne Verkehrsgutachten erfahrbar.”