Düsseldorf: Flaschensammler wird der Geldwäsche verdächtigt

Über die Karnevalstage waren Polizei und Ordnungsamt mit großer Präsenz in der Innenstadt im Einsatz, um den Besucher*innen eine sichere und unbeschwerte jecke Zeit zu ermöglichen. Denn große Menschenansammlungen locken auch Kriminelle und Taschendiebe an, für die alkoholisierte Menschen leichte Opfer sind.
Auch für Flaschensammler waren die vergangenen Tage lukrativ, denn viele ließen ihre Pfandflaschen oder Dosen liegen. Zahlreiche Obdachlose bessern ihr Einkommen durch Flaschensammeln auf. So auch Anghel B., der als fiftyfifty-Verkäufer tätig ist, aber die deutsche Sprache nicht gut beherrscht. Er sammelte seit Altweiber sehr fleißig und konnte damit mehrere Hundert Euro erzielen.
Allerdings geriet er am Rosenmontag (16.2.) in eine Polizeikontrolle, da er sich in der Nähe einer Gruppe aufhielt, die Einsatzkräfte der Polizei wegen Taschendiebstahl im Blick hatte. So wurde er überprüft und als er seinen Ausweis zeigte, bemerkten die Polizisten Bargeld in Höhe von rund 1000 Euro in seinem Portemonnaie. Da er mangels Sprachkenntnissen nicht deutlich machen konnte, woher er das Geld hatte, wurde er von den Polizisten der Straftat „Geldwäsche“ verdächtigt. Sie konfiszierten das Geld. Dass er dafür einen Beleg erhalten konnte, hat Anghel nicht verstanden.
Nach Aussagen von Zeugen hätten ihm die Polizisten 100 Euro gelassen, damit er sich etwas zu Essen kaufen könne.
Oliver Ongaro von fiftyfifty hält den Vorgang für fragwürdig. Dazu, warum Anghel überhaupt kontrolliert wurde, gibt es verschiedenen Aussagen. Ein Sprecher der Polizei beschreibt die Kontrolle, da er sich bei einer zweifelhaften Gruppe aufgehalten habe. Passanten beschreiben eine willkürliche Kontrolle. Und wenn Geld konfisziert wird, warum dann nicht die gesamte Summe und warum wird nicht gleich ein Beleg mitgegeben?
Nun geht der Fall zur Staatsanwaltschaft und wenn es schlecht läuft, dauert es Wochen, bis Anghel das Geld zurückbekommt – wenn überhaupt. Sein Versuch mit Fleiß etwas Geld zu verdienen wurde bestraft, dabei ist es traurig genug, dass man im Müll nach Pfandflaschen suchen muss, weil man kein Geld hat.