Düsseldorf: Begeisterte Jecke im Rosenmontagszug und am Straßenrand – trotz des Wetters

Wenn das Stadtoberhaupt sich als „Vater Rhein“ verkleidet, ist das vielleicht nicht das beste Omen für einen Rosenmontag. Auf jeden Fall gab es viel Wasser von oben und wasserdichte Kleidung oder ein sonniges Gemüt waren am Montag (16.2.) erforderlich, um den Rosenmontagszug genießen zu können.

CC-Präsident Lothar Hörning und OB Stephan Keller läuteten die Glocke für den Start des Zuges am Rathaus, Foto: Karina Hermsen
Die Wetteraussichten hatten mit ihrer Vorhersage „Schauer“ durchaus recht und sogar ein kurzes Gewitter mit Graupel gehörte dazu. Sei’s drum – das Motto “Mer bliewe bunt – ejal wat kütt!” wurde von allen gefeiert.

Mit dem Läuten der Glocke ging aber auch ein heftiger Schauer nieder, den die Düsseldorfer Bürgerwehr aber nicht abschreckte, Foto: Karina Hermsen
Das Comitee Düsseldorfer Carneval (CC) gabe die Anzahl der Jecken an den Straßenrändern mit rund 700.000 an. Im Zug waren rund 11.000 Jecken mit insgesamt 124 Wagen und in 116 Fußtruppen unterwegs. Für Musik sorgten neben den Anlagen auf vielen Vereinswagen 21 Musikkapellen und sechs Musikwagen. Der “Zoch” startete um 12.24 Uhr an der Corneliusstraße und um 17:37 Uhr erreichte die letzte Gruppe den Endpunkt. Drei Stunden waren am Wegesrand erforderlich, um den kompletten Zug an sich vorüberziehen zu lassen.

Der Chef der Zugleitung, Michael Faustmann, im Einsatz
Die Zugleitung
Das waren die offiziellen Uhrzeiten von „draußen“ betrachtet. Für die Zugleitung, ohne die der Rosenmontagszug nicht möglich wäre, sind es an den Karnevalstagen kurze Nächte, und auch am Rosenmontag spulten sie bereits im Morgengrauen routiniert ihr Programm ab. Denn alle Wagen im Zug mussten von einem Traktor oder ähnlich gezogen werden, eine ganze Armada wartete dafür auf dem Schützenplatz Bilk auf den Einsatz.
In der Wagenbauhalle waren alle Wagen bereits im Vorfeld so rangiert worden, dass sie entsprechend der Reihenfolge im Zug aus der Halle zum Aufstellort an der Mecum- und Corneliusstraße fuhren. Als dann kurz vor 11 Uhr alle Wagen auf der Straße waren, sorgte das Team von Michael Faustmann vor Ort für Ordnung und marschierte dann auch noch den ganzen Zugweg mit. Während sich nach Zugende die Zuschauer*innen und Teilnehmer*innen aufwärmen und entspannen konnten, hieß es in der Halle an der Merowinger Straße erneut die Kräfte zu bündeln, denn nun mussten alle wieder eingeparkt werden. Ein dreifaches Helau auf die Leistung der Zugleitung!!
Die Tilly-Wagen

Früh morgens an der Wagenbauhalle – die Tilly-Wagen rollen auf die Straße
Ein Hingucker im Zug und vielfach international beachtet waren die dreizehn Motto-Wagen von Jacques Tilly. Dabei bekam erwartungsgemäß Putin sein Fett weg, aber auch Trump und das Duo Merz/Söder wurde satirisch vorgeführt. Alle Tilly-Wagen finden sie hier.

Viel wurde gesammelt, aber ganz viel Wurfmaterial landete auf der Straße und später im Müll
Was sehr Schade und wenig Nachhaltig ist, ist die Bilanz des Abfalls. Wetterbedingt und weil nicht alles Wurfmaterial gleich beliebt ist, blieben Berge von Süßigkeiten an den Straßenrändern liegen und wurde von der Awista entsorgt. Schade eigentlich. Dabei ging viele Jäger und Sammler mit dick gefüllten Taschen nach Hause. Das Glasverbot in der Altstadt galt auch an Rosenmontag. Kontrolliert wurde an Sperrstellen und wer Glasflaschen dabei hatte, konnte deren Inhalt in bereitstehende Becher umfüllen.

Wie schon das ganz Karnevalswochenende war der Burgplatz die Feierzone für die Jugend, Foto: Dirk Schmitz
Als Unsitte stellen sich mehr und mehr die kleinen „Klopfer“ heraus. Der hochprozentige Inhalt mit verschiedenen Geschmacksrichtung ist in kleinen Plastikflaschen, die zum Teil dutzendfach an passenden Gürteln getragen werden. Die Flaschen lagen in der Altstadt überall herum und passen auch wunderbar in die Ritzen des Altstadtpflasters, wo sie nur schwer herauszuholen sind. Den Konsumenten ist das gänzlich egal – scheint es.
Bilanz der Ordnungskräfte
Im Rahmen des Jugendschutzes wurden am Rosenmontag bis 15 Uhr 493 Jugendschutzkontrollen (2025: 498) durchgeführt. 147 Mal (2025: 129) wurde der illegal mitgeführte Alkohol freiwillig vernichtet. 108 Minderjährige (2025: 101) wurden beim Rauchen erwischt. Die noch mitgeführten Zigaretten wurden freiwillig von den Jugendlichen vernichtet. 3 (2025: 3) hilflose Minderjährige wurden von Einsatzkräften des Ordnungsamtes den Sanitätsdiensten zugeführt.

Sanitäter aller Hilfsorganisationen waren im Einsatz
Bis 15 Uhr wurde ein Verstoß des “Wildpinkelns” (2025: 6) geahndet, insgesamt wurden an den Karnevalstagen 109 Wildpinkler erwischt (2025: 189). Sie alle erhalten ein Schreiben von der Stadt, in dem das “Wildpinkeln” mit einem Bußgeld von 150 Euro plus Verwaltungsgebühren geahndet wird.
61 (2025: 157) behindernde Fahrzeuge waren trotz ausreichender Beschilderung am Zugweg geparkt, 58 Mal (2025: 130) wurden abgeschleppt.
Die Feuerwehr trat mit rund 230 Einsatzkräften den Dienst am Rosenmontag an. Dazu kamen rund 170 (2025: 170) zusätzliche, hauptsächlich ehrenamtliche Helfer*innen vom Deutschen Roten Kreuz, der Johanniter Unfall Hilfe, des Malteser Hilfsdienstes sowie des Arbeiter Samariter Bundes. Drei Unfallhilfestellen und vier Erste-Hilfe-Bereichen entlang des Zugweges waren eingerichtet. Zusätzliche Rettungswagen, Notärzte und Krankenwagen sorgten im Zusammenspiel mit vielen Erstversorgungstrupps dafür, dass schnelle medizinische Hilfe geleistet wurde. Bis 15 Uhr gab es 7 (2025: 24) Hilfeleistungen in den Unfallhilfestellen am Rande des Rosenmontagszuges. Überwiegend handelte es sich dabei um kleinere Verletzungen, Herz-Kreislaufprobleme oder Unwohlsein durch zu viel Alkoholkonsum. 5 (2025: 9) Patienten mussten aus dem Bereich des Rosenmontagszuges ins Krankenhaus transportiert werden. An Glasscherben verletzten sich dieses Jahr keine Personen (2025: 1).

Die Innenstadt war für den Rosenmontagszug weiträumig abgesperrt, Foto: Dirk Schmidt
Die vorläufige Bilanz der Düsseldorfer Polizei mit Stand Montag, 17:45 Uhr: 42 (26) Personen erhielten Platzverweise für den Innenstadtbereich. Zwei (1) Personen mussten den restlichen Rosenmontag im Polizeigewahrsam verbringen. Bislang wurden zwei Strafanzeigen wegen Taschendiebstählen (2) und drei (2) Körperverletzungsdelikte aufgenommen. Weiterhin wurde eine Anzeige wegen eines Sexualdeliktes aus der vergangenen Nacht gefertigt.
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Der Rosenmontagszug am und im Rathaus in Bildern
Fotos: Karina Hemrsen











