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Düsseldorf Wersten: Mit der „flotten Lotte“ für mehr Teilhabe und gegen Einsamkeit

Von Ute Neubauer
9. April 2026
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(v.l.) Peter Kessler, Jojo Schmitz, Thomas Schwaneberg, Klaus Lorenz und Emma Haker mit der "flotten Lotte"

Bereits am 17. August 2019 wurde die Fahrrad-Rikscha der gemeinnützigen GmbH „In der Gemeinde leben“ (IGL) im DRK-Seniorenheim Wersten feierlich auf den Namen „flotte Lotte“ getauft. Im Rahmen des Quartiersprojekt „Wir machen mit!“ war schon damals das Ziel, die Menschen in Wersten zu vernetzen. Egal ob jung, alt, mobil oder eingeschränkt, Aktionen miteinander sollten Teilhabe ermöglichen und auch der Einsamkeit vorbeugen.

Zur Einweihung im august 2019 trat Benjamin Freese von IGL in die Pedale

Doch die Idee mit der Rikscha Menschen, die nicht mehr mobil sind, durch gemeinsame Radtouren zu integrieren, war kein Selbstläufer. Denn während viele gerne das Angebot in Anspruch genommen hätten, brauchte es geschulte Ehrenamtler*innen, die die Rikscha fahren konnten und bestenfalls eine weitere Begleitperson auf einem Fahrrad, die bei Bedarf Hilfestellung leistet. Und dafür brauchte es Organisation.

Aber der Stadtteil Wersten steht dafür, das ehrenamtliches Engagement hier vielfach vorhanden ist und es zahlreiche Akteure gibt, die das Miteinander fördern.

Gemeinsam erarbeiteten IGL, das Stadtradel-Team “Dynamo Wersten” und die Stiftung “Mit Herz und Hand für Wersten” ein Angebot für das DRK-Seniorenheim. Im vergangenen Jahr boten sie von April bis Oktober jeweils montags Ausfahrten an. 45 Minuten dauerte jeweils eine Tour, von denen am Nachmittag drei gefahren wurden. Die Resonanz bei den Senioren war riesig. Wie Isabel Jung vom Sozialen Dienst des DRK Wersten berichtet, ist es nicht nur der Ausflug an sich, der wertvolle Lebensfreude schenkt. Schon die Vorfreude ist groß und die Senioren, die oft bereits sehr eingeschränkt in ihrer Mobilität sind, genießen das Erlebnis und sprechen noch lange darüber. Joachim Schmitz, von allen nur Jojo genannt, ist Rikscha-Fahrer und freut sich jedes Mal, denn es gibt auf allen Seiten lachende Gesichter. Nicht nur die Fahrgäste sind gut gelaunt, auch Passanten, denen man begegnet, winken oft lachend und so strahlen alle Beteiligten. Birgit Schon, die ebenfalls zum Fahrer-Team gehört, hat mit ihren Fahrgästen auch schon „Hoch auf dem gelben Wagen“ gesungen, wobei sich die Senioren als sehr textsicher erwiesen.

Emma Haker, Birgit Schon, Thierry Solé, Thomas Schwaneberg, Hermann Junge, Peter Kessler, Joachim Schmitz,  Klaus Lorenz und Anja Jung gehören zum Team “Rikscha”

Die Bilanz des vergangenen Jahres mit über 200 Fahrgästen zeigte deutlich, dass man das Angebot noch ausweiten möchte. Doch dazu waren mehr als die fünf bisherigen Fahrer*innen erforderlich. Durch die Kontakte vom Stadtradelteam Dynamo Wersten und die Ehrenamtsmesse im März konnten weitere Interessierte gewonnen werden. Peter Kessler, Hermann Junge und Thierry Solé freuen sich auf die neue Aufgabe und auch Anja Jung wird bald auf dem Rikscha-Sattel Platz neben. Sie hat bereits Erfahrung, da sich mit den von IGL betreuten Menschen schon Ausfahrten gemacht hat.

Am 17. April bietet das Team von IGL eine Rikscha-Schulung an, denn einige Dinge muss man wissen. Schließlich sollen Fahrer*innen und Fahrgäste unfallfrei genießen können. Die Rikscha hat eine Elektro-Unterschützung, aber einiges muss beachtet werden, damit die Senior*innen sicher ein- und aussteigen können. Sollte es während der Touren zu Problemen kommen, fährt immer eine zweite Begleitung auf dem eigenen Rad nebenher. Mit dem von fünf auf elf gewachsenen Fahrer*innen-Team gibt es bereits Überlegungen, ob man vielleicht noch an einem zweiten Tag Touren für die Senioren anbietet.

Neben der Rikscha in Wersten gibt es über die BürgerStiftung Düsseldorf noch weitere Standorte, die meist in zentren plus oder Seniorenheimen stationiert sind. Informationen dazu gibt es hier. Auch die Heerdter-Schützen haben bereits erkannt, wie Teilhabe mit Rikscha beim Festzug funktioniert

Aber nicht nur für die Bewohner*innen des Pflegeheims sollen Fahrten ermöglicht werden. Auch über den Stadtteilladen, die Kirchengemeinden und andere Organisationen in Wersten soll das Angebot verbreitet werden. Denn das Motto lautet „jeder hat das Recht auf Wind in den Haaren“.

Wer daran interessiert ist, sich bei dem Projekt einzubringen, kann sich per Mail an info@herz-und-hand-wersten.de melden oder erhält hier weitere Informationen .

StichworteDynamo WesrtenIGLRikschaStiftung Herz und Hand für WerstenTeilhabeWersten
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