Eheleute Ruth und Herbert Rubinstein mit Verdienstplakette der Stadt Düsseldorf ausgezeichnet

Die Verdienstplakette der Stadt Düsseldorf ist eine Ehrenauszeichnung, die an Menschen verliehen wird, die sich besonders um die Stadt verdient gemacht haben. Am Freitag (20.3.) wurde damit das Ehepaar Ruth und Herbert Rubinstein im Jan-Wellem-Saal des Rathauses durch Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller geehrt. Damit werden ihre Verdienste für die Förderung des jüdischen Lebens in Nordrhein-Westfalen, den christlich-jüdischen Dialog sowie ihre Rolle bei der Gründung der Städtepartnerschaft mit Czernowitz gewürdigt.

(v.l.) Michael Rubinstein begleitete seine Eltern zur Ehrung
Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller: “Mit großer Ausdauer und persönlicher Hingabe engagieren sich Ruth und Herbert Rubinstein seit vielen Jahren für Aufklärung, Dialog und Erinnerung. Ihr Einsatz für die Jüdische Gemeinde Düsseldorf, für interkulturelle Zusammenarbeit und für die Städtepartnerschaft mit Czernowitz stärkt unsere demokratische Gesellschaft weit über Düsseldorf hinaus. Mit der Verleihung der Verdienstplakette würdigen wir dieses herausragende Wirken und sagen von Herzen Danke.”
Die Eheleute Rubinstein engagieren sich seit vielen Jahren in der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf. Herbert Rubinstein war von 1978 bis 1984 stellvertretender Vorsitzender des Gemeinderates und von 1984 bis 1998 Mitglied des Vorstandes. Seine Frau Ruth war von 1998 bis 2020 Gemeinderätin und Vorstandsmitglied und ist seit 2020 Ehrenvorsitzende. Von 1996 bis 2008 war Herbert Rubinstein hauptamtlicher Geschäftsführer des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Nordrhein.
Beide sind auch eng mit den jüdischen Schulen in Düsseldorf verbunden. Als Schuldezernentin trieb Ruth Rubinstein die Gründung der Yitzak-Rabin-Grundschule maßgeblich voran. Herbert Rubinstein gilt als einer der geistigen Väter der jüdischen Grundschule und engagierte sich über viele Jahre für die Errichtung eines jüdischen Gymnasiums. 2016 wurde das Albert-Einstein-Gymnasium als erstes jüdisches Gymnasium in Nordrhein-Westfalen eröffnet.
Unter anderem die WIZO-AVIV-GRUPPE Düsseldorf (Woman International Zionist Organisation), die Ratsversammlung des Zentralrats der Juden in Deutschland, die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Düsseldorf e. V., der Freundeskreises der Mahn- und Gedenkstätte in Düsseldorf und die Franz Rosenzweig B´nai – B´rit – Loge Düsseldorf e. V. Freuen sich über das Engagement von Ruth Rubinstein.
Herbert Rubinstein liegt politische Bildung besonders am Herzen. Er ist Mitinitiator des ehrenamtlichen Projekts “Erinnerung Lernen”, das zum Ziel hat, junge Menschen in ihren jeweiligen Landessprachen zu erreichen und über jüdisches Leben, Antisemitismus und die Shoa aufzuklären. Die Graphic Novel und das gleichnamige Theaterstück “Blindekuh mit dem Tod” erzählen die Geschichte der Kindheit von Herbert Rubinstein im Holocaust. Mit unzähligen Synagogenführungen vermittelt er Menschen einen Zugang zu jüdischer Kultur, Religion und Denkweise.

Die Verdienstplakette zeigt auf der Vorderseite den Bergischen Löwen, um den sich zwölf Felder mit stilisierten Darstellungen aus der Stadtgeschichte gruppieren
Die Eheleute Rubinstein prägten wichtige Entwicklungen der Jüdischen Gemeinde, wozu die Erweiterung des Nelly-Sachs-Hauses (Elternheim), der Bau der neuen Friedhofshalle auf dem Gemeindefriedhof am Nordfriedhof, verschiedene Umbauten im Gemeindezentrum in der Zietenstraße 50 und die Initiative zur Benennung des Vorplatzes der Synagoge als Paul-Spiegel-Platz gehören.