Düsseldorf: Streik wird erneut ausgeweitet – jetzt auch am Samstag Einschränkungen

Nachdem die Düsseldorfer*innen bereits am Dienstag (17.3.) und Donnerstag (19.3.) mit den Auswirkungen des Streiks bei der Rheinbahn klar kommen mussten, geht es mit den Einschränkungen weiter. Zwar wird dann nicht mehr flächendeckend in NRW gestreikt, aber die Beschäftigten einiger Betriebshöfe nicht aufgefordert, ihre Arbeit niederzulegen.
Konkret bedeutet dies, dass am Freitag (20.3.) die Beschäftigten des Fahrdienstes der Betriebshöfe Tiefenbroich, Mettmann und Benrath ihre Arbeit ganztägig niederlegen wollen. Daher kann es bei den Buslinien, die von dort aus starten würden, zu Einschränkungen kommen. Nun ruft ver.di auch am Samstag zum Streik (21.3.) auf. Die Mitarbeitende des Fahrdienstes des Betriebshofs Lierenfeld sind dann zum Streik aufgerufen. Davon sind vor allem die Straßenbahnlinien sowie die Linien der Wehrhahnlinie und die Busse, die den Düsseldorfer Innenstadtbereich bedienen betroffen. Hier kann es zu Ausfällen und deutlich ausgedünnten Takten kommen. Die Stadtbahnlinien U75, U76, U77, U78 und U79 fahren nach aktuellem Stand weitgehend planmäßig. Vereinzelte Einschränkungen lassen sich jedoch auch hier nicht vollständig ausschließen.
Diese Streikmaßnahmen werden von ver.di organisiert. Die Nahverkehrsgewerkschaft (NahVG) steigt am Montag (23.3.) in den Streik ein. Sie hat die Beschäftigten der Betriebshöfe Lierenfeld, Heerdt, Benrath und Tiefenbroich am Montag von 9 bis 16 Uhr zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen.
Der Betrieb von S-Bahnen und Regionalzügen ist von der Tarifrunde nicht betroffen.
In der Tarifrunde werden die Arbeitsbedingungen für die rund 30.000 Beschäftigten der kommunalen Nahverkehrsunternehmen in Nordrhein-Westfalen verhandelt. Nach zwei Verhandlungsrunden liegt aus Sicht der Gewerkschaften weiterhin kein verhandlungsfähiges Angebot der Arbeitgeber vor.
„Die Beschäftigten machen vor der dritten Verhandlungsrunde deutlich, wie ernst es ihnen ist. Wenn Fahrerinnen und Fahrer ihre Familie nicht nur im Rückspiegel sehen sollen, braucht es spürbare Verbesserungen. Nur so wird der Beruf wieder attraktiver“, erklärt Stephanie Peifer, Geschäftsführerin ver.di Bezirk Düssel-Rhein-Wupper. „Derzeit reicht die Zeit zwischen den Schichten oft nur zum Schlafen – das Leben und zunehmend auch die Gesundheit bleiben auf der Strecke. Das haben die Arbeitgeber offenbar noch immer nicht verstanden.“
ver.di fordert unter anderem Entlastungen bei der Arbeitszeit und den Schichtdiensten sowie Verbesserungen bei Zuschlägen. Ziel sei es, die hohe Belastung der Beschäftigten zu reduzieren und den Nahverkehr langfristig personell zu stabilisieren.