Dr. Ulf Mainzer will die FDP Düsseldorf aus der Krise führen

Mit Spannung erwarteten rund 230 Mitglieder der FDP am Samstag (14.3.) den Ausgang der Wahl zum neuen Kreisvorsitzenden. Denn Moritz Kracht hatte bereits Ende Dezember 2025 mitgeteilt, nicht mehr für das Amt kandidieren zu wollen. Dass die beiden Kandidaten Dr. Ulf Mainzer und Mirko Rohloff jeweils über eine große Anhängerschaft unter den knapp 1000 Mitgliedern des Kreisverbandes verfügten, zeigte die außergewöhnlich hohe Resonanz beim Kreisparteitag, denn im Townhaus an der Bilker Straße reichten die Stühle kaum aus.

Der Kreisparteitag hatte mit 236 Teilnehmenden eine Rekordbeteiligung,
Doch bevor es zur Wahl des neuen Kreisvorsitzenden kam, standen die organisatorischen Punkte, die Berichte und die Aussprachen auf der Tagesordnung. Dabei kam der schmerzliche Wahlausgang am vergangenen Wochenende in Baden-Württemberg ebenso zur Sprache, wie das Versagen der FDP-Führung im Bund, der Zuverlässigkeit und Klarheit im Auftritt fehle. Das habe auch Auswirkungen auf die Düsseldorfer FDP, betonte Kracht, die allerdings mit einer Fraktion im Düsseldorfer Rat und Wahlergebnissen über dem Durchschnitt immer noch eine herausragende Stellung habe. „Die FDP in Düsseldorf ist nicht Teil des Bundesproblems, sondern Teil der Lösung“, erklärte der scheidende Kreisvorsitzende.

Durch langen Applaus wurde ein großer Gewinn für die Düsseldorfer FDP durch die Mitglieder gewürdigt: die Kreisgeschäftsführerin Li Xin Goerke.
Gewohnt kämpferisch analysierte Marie-Agnes Strack Zimmermann die Situation und stellte in Richtung Friedrich Merz klar „wer der FDP die Legitimität abspricht, ist zutiefst undemokratisch“. „Wir sind keine Wahlunterstützer anderer Parteien. Wer sich klein macht, der bleibt klein. Wir werden von der Basis aus kämpfen,“ stellte sie fest und neben ihren Ausführungen zu Europa fand sie zu Düsseldorf und der NRW-Wahl 2027 deutliche Worte. „Die FDP ist unbequem und das ist gut so. Nutzt die Opposition im Rat und grillt alle, die die Stadt vor die Wand fahren“, und weiter: „Die Landtagswahl 2027 ist die letzte Kugel im Lauf – wir können in Düsseldorf den Unterschied machen“.

Marie-Agnes Strack-Zimmermann fand deutliche Worte
Nachdem fast 30 Mitglieder in den Aussprachen auch die Gelegenheit nutzten, ihre Vorlieben für Mainzer oder Rohloff bei der anschließenden Wahl herauszustellen, hieß es schließlich um 13:30 Uhr für die beiden Kandidierenden sich vorzustellen.

Dr. Ulf Mainzer
Dr. Ulf Mainzer war bis Ende 2025 bei der Ergo als Vorstand für die Bereiche Recht, Compliance, Einkauf und Corporate Organisation verantwortlich. Das Unternehmen hat er auf eigenen Wunsch verlassen, um sich der Politik zuzuwenden. Strukturiert erläuterte er, warum es Veränderungen braucht, was das bedeutet und was konkret zu tun sei. Er führte den Verlust der Glaubwürdigkeit bei den Wähler*innen an und appellierte das Schicksal nun selber in die Hand zu nehmen, es brauche Klarheit und Eindeutigkeit. „Kompromisse gehören ans Ende eines politischen Prozesses, nicht an den Anfang“, bekräftigte er und im Hinblick auf den alten Kreisvorstand „Politik braucht einen Neuanfang, aber auch personell. Dass uns die aus der Krise hinausführen, die uns hineingeführt haben, funktioniert nicht.“ Mainzer tritt dafür ein, dass die Bürger*innen selber gestalten, ohne Bevormundung. Dafür, dass Leistung belohnt werde, Arbeitgeber keine Feinde seien und die Freiheit nicht eingeschränkt werde. Nach seiner rund 20-minütigen Rede erhielt er viel Beifall.

Mirko Rohloff
Mirko Rohloff ist seit zwanzig Jahren in der FDP, war Beisitzer im Kreisvorstand und ist Fraktionschef der FDP im Rat. Er teile die Kritik am Bundesvorstand, bei der ein Neuanfang richtig wäre. Aber es ginge im Kreisvorstand um Düsseldorf und da müsse man sich mit der Leistung nicht verstecken. Rohloff wolle etwas für die Stadt erreichen und die Position des Kreisvorstand nicht als politisches Sprungbrett nutzen. Die FDP müsse Brennpunkte in Düsseldorf, wie die Bahnhofsgegend, deutlich benennen und konsequent dagegen vorgehen. Mit einem klaren liberalen Kompass stehe die FDP dafür ein, dass sich Fleiß und Talent sich mehr auszahlen, als das Elternhaus und das man als FDP mit den besten Lösungen überzeuge.

231 gaben ihre Stimme bei der Wahl des neuen Kreisvorsitzenden ab
Nach diversen Nachfragen an die beiden Kandidierenden kam es schließlich zum Wahlgang. Diesen entschied Mainzer mit 116 Stimmen für sich, Rohloff erhielt 97 Stimmen, 231 gültige Stimmen waren abgegeben worden. Mainzer bedankte sich und versprach „ab morgen geht es los, für unser Land und für unsere Partei“.
Es wurde ein langer Tag für die Mitglieder im Townhaus, denn es waren noch die Stellvertreter, die Beisitzer und weitere Aufgaben zu verteilen. Der neue Vorstand des FDP-Kreisverbands Düsseldorf setzt sich so zusammen: Kreisvorsitzender ist Dr. Ulf Mainzer, 1. Stellvertreterin und im Amt bestätigt wurde Dr. Christine Rachner, 2. Stellvertreter und zuvor Beisitzer ist Felix Mölders, als Schatzmeister erneut gewählt wurde Christoph Schork, neue Schriftführerin ist Anne Korenkov. Als Beisitzer wurden Johana Spielberg, Janik Nessmann, Norbert Zeitz und Frank Lasoga gewählt.