Kriminalstatistik 2025 für Düsseldorf dokumentiert 80.538 Straftaten

Polizeipräsidentin Miriam Brauns und die Leiterin der Direktion Kriminalität, Annette Henning, fanden bei der Vorstellung der Kriminalstatistik 2025 deutliche Worte. „Düsseldorf ist weiterhin eine sichere Stadt“, betonte Brauns. „Mich beunruhigen nicht die 80.538 Straftaten, sondern wir richten den Fokus auf die Fälle, die konkret zu Unsicherheiten bei den Bürger*innen führen – das sind beispielsweise Wohnungseinbrüche und Raub. Die Gefahr auf offener Straße getötet zu werden, ist in Düsseldorf äußerst gering“. Die meisten gravierenden Straftaten, wie zuletzt die Schüsse auf einen Fahrgast in einem Uber, seien Beziehungstaten und damit keine Gefahr für die breite Bevölkerung. Dennoch trügen solche Ereignisse zur allgemeinen Verunsicherung bei und auch wer Opfer eines Einbruchs geworden sei, trage meist mehr als den rein materiellen Schaden davon. Direktionsübergreifend mit den Bereichen Gefahrenabwehr, Verkehr und Kriminalität setzt die Polizei auch in 2026 ihre Schwerpunkte mit zivilen und uniformierten Einsatzkräften auf Wohnungseinbrüchen sowie Waffenverbotszonen.

(v.l.) Die Leiterin der Direktion Kriminalität, Annette Henning, und Polizeipräsidentin Miriam Brauns
Die Gesamtzahl aller registrierten Straftaten ist gegenüber dem Jahr 2024 um 4,70 Prozent auf 80.538 gestiegen. Die Aufklärungsquote liegt bei 47,65 Prozent. Rund ein Viertel der Delikte (19.232 Fälle) werden der Straßenkriminalität zugeordnet. Darunter fallen Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönlich Freiheit, Handtaschenraub, schwere, gefährliche und einfache vorsätzliche Körperverletzung, Diebstahl, Sachbeschädigung und Landfriedensbruch. Trotz eines leichten Anstiegs der Gesamtzahlen konnte die Aufklärungsquote auf 15,14 Prozent gesteigert werden. Einen Anstieg verzeichneten die Diebstähle aus und an Kraftfahrzeugen (4902 Fälle).

Die Polizei berät, wie Wohnungen und Häuser vor Einbruch gesichert werden können
Bereits im vergangenen Jahr setzte die Düsseldorfer Polizei einen Schwerpunkt auf die Bekämpfung des Wohnungseinbruchdiebstahls. Mit der Zeitumstellung im Herbst, schnellten die bis dahin moderaten Fallzahlen des Jahresverlaufs in die Höhe. In 2025 gab es insgesamt 1.541 registrierte Taten. Die Aufklärungsquote wurde von 7,1 Prozent auf fast 10 Prozent gesteigert, ein Erfolg durch die Analyse der Täterstrukturen. 759 Taten blieben im Versuchsstadium stecken, weil die Einbrecher aufgrund mechanischer oder technischer Sicherungen während der Tatausführung von ihrem Plan abließen, da das Entdeckungsrisiko für sie zu groß wurde.
Die Feststellung „Das Messer ist die neue Faust“ zeigt, dass die Hemmschwelle zum Einsatz eines Messers weiter gesunken ist. 479 Fälle von Fällen mit Messern wurden registriert. Wie Henning und Brauns schilderten, werde weiter geschlagen und verletzt, auch wenn bereits Beute gemacht wurde oder das Opfer auf dem Boden liegt. Eine deutliche Steigerung der Brutalität wird verzeichnet. Konsequent werden weiterhin Kontrollen in den Waffenverbotszonen durchgeführt und Aufklärung in verschiedenen Sprachen über das Verbot vermittelt.

Fakeseiten und die hohe Risikobereitschaft der Bürger*innen verursachen der Polizei viel Arbeit, Foto: Symbolbild
Besorgt zeigte sich die Polizeipräsidentin über die Verlagerung des Tatortes in das Internet. Die Fälle, bei denen das Internet als Vehikel für die verschiedensten Straftaten genutzt wurde, lagen in 2025 bei 5.764. Der digitale Fortschritt und die alltägliche Nutzung von KI auch durch Täter stellt eine Herausforderung für die Polizei dar. Brauns appellierte dabei auch an die Bürger*innen bei zu verlockenden Angeboten im Internet den gesunden Menschenverstand zu nutzen, das könne vor vielen Enttäuschungen schützen. Der Anstieg der Fälle habe für die Polizei die Konsequenz, dass auch Betrüge in Höhe von niedrigen Eurobeträgen hohen Ermittlungsaufwand verursachten, was die Kapazitäten für bedeutsamere Fälle reduziere. Brauns sprach sich für eine Bagatellgrenze aus, was Polizei und Staatsanwaltschaft entlasten würde.
Das Gesetz zur Canabis-Legalisierung wurde von Brauns kritisiert, da es den Handel weiter ermögliche. Verstärkte Kontrollen führten im vergangenen Jahr zu 480 festgestellten Delikten, davon 299 wegen des Handels mit Canabisprodukten und 87 mit Kokain/Crack.