Problematischer Wohnungsmarkt beschert dem Mieterverein Düsseldorf neuen Mitgliederrekord

Der Wohnungsmarkt in Düsseldorf ist eng. Es gibt wenig bezahlbaren Wohnraum und immer wieder Eigentümer, die nur auf Rendite aus sind und dies zu lasten der Mieter*innen. Dabei leben rund 80 Prozent aller Düsseldorfer*innen zur Miete. Hilfe bei Problemen erhalten sie beim Mieterverein Düsseldorf. Stand 2. Januar 2026 sind es 34.500 Mitglieder. Allein im Jahr 2025 traten 3.200 Mieter*innen dem Verein neu bei. Die 21 Rechtsberater*innen des Mietervereins haben rund 31.500 Beratungen in Terminform durchgeführt. Das sind Rekordzahlen.
“Einerseits freuen wir uns über diesen gewaltigen Zuspruch, den wir bekommen. Er ist auch Ausdruck der Qualität unserer Beratung, die sich offenbar herumgesprochen hat. Die steigenden Zahlen drücken das Vertrauen aus, dass dem Mieterverein Düsseldorf e.V. entgegengebracht wird. Andererseits zeigen die Zahlen natürlich auch, dass der angespannte Wohnungsmarkt immer mehr Konfliktpotenzial beinhaltet,“ so Hans-Jochem Witzke, 1. Vorsitzender des Mieterverein Düsseldorf e.V. .
„Beleg für die großen Probleme auf dem Düsseldorfer Wohnungsmarkt sind u.a. fehlender bezahlbarer Wohnraum, die stark überhöhten Angebotsmieten, drastische Mieterhöhungen im Bestand, die Zweckentfremdung von Wohnraum durch Leerstand und Kurzzeitvermietung sowie die Entmietungsstrategien von rein renditeorientierten Investoren“, erklärt Claus Nesemann, der Geschäftsführer des Mieterverein Düsseldorf e.V. .
Um rechtswidrige Angebotsmieten, überteuerte Neuvermietungsmieten und fehlerhafte Mieterhöhungen besser identifizieren zu können, bietet der Mieterverein Düsseldorf e.V. auf seiner Website unter www.mieterverein-duesseldorf.de drei kostenlose Online Tools an. Diese sind freizugänglich und nicht an eine Mitgliedschaft gebunden. So kann online eine Miethöhe auf Verstöße in Sachen Mietpreisbremse, Mietpreisüberhöhung und Mietwucher überprüfen.
„Das Tool Mietwucher melden!“ ist mit einer Meldefunktion ausgestattet, die es dem Nutzer ermöglicht, einen Verdachtsfall direkt bei der Wohnungsaufsicht der Stadt Düsseldorf zur Anzeige zu bringen“, erläutert Witzke. Auch Netto- und Indexmieterhöhungen können mit Hilfe eines Tools überprüft werden.
Eine der Schwerpunkttätigkeiten des Vereins war im Jahr 2025 die Überprüfung von Nebenkostenabrechnungen, die zum Jahresende gehäuft bei den Mieter*innen ankommen und häufig Fehler enthalten. „Mehr als jede zweite von uns geprüfte ist falsch, überraschenderweise sehr viel häufiger zum Nachteil der Mieterinnen und Mieter“, sagt Nesemann.
Die Rechtsabteilung und die Verwaltung des Mietervereins Düsseldorf wird sich weiter personell verstärken, um dem steigenden Beratungsbedarf weiterhin gerecht zu werden.
„Das bezahlbare und menschenwürdige Wohnen ist eines der zentralen Themen unserer Zeit. Man wird schon in diesem Jahr sehen können, ob Schwarz-Grün den Mieterschutz in Düsseldorf wirklich ernst nimmt. Wir werden darauf achten, dass es nicht nur bei leeren Worten bleibt“, mahnt Witzke.
Der Mieterverein Düsseldorf e.V. gehört dem Deutschen Mieterbund (DMB) an. Er bietet seine Dienste auch in Neuss und Ratingen in eigenen Büros sowie in Erkrath und Grevenbroich in den Rathäusern an. Der Verein finanziert sich allein durch die Beiträge seiner Mitglieder. Die Vereinsmitglieder werden u.a. zu den Themen Mieterhöhung, Mietpreisbremse, Mietwucher, Kündigung, Wohnungsmängel, Renovierung, Rückforderung von Kautionen, Heiz- und Betriebskosten, Wohngeld und Überprüfung von Mietverträgen beraten. Der Jahresbeitrag liegt bei 84 Euro.