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Home›Düsseldorf›Aktuelles›Düsseldorf: Kippa aus Solidarität am Samstag?

Düsseldorf: Kippa aus Solidarität am Samstag?

Von Ute Neubauer
31. Mai 2019
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Wer am Samstag eine Kippa trägt, zeigt sich damit solidarisch mit den Juden

Anlässlich des Al Quds-Marsch am Samstag (1.6.) in Berlin hat der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, appelliert, als Zeichen der Solidarität überall in Deutschland Kippa zu tragen. Doch kann eine Aktion an nur einem Tag die Menschen mit antisemitischer Einstellung erreichen?

Antisemitische Demo in Berlin

Im Iran ist der Al Quds-Tag ein Feiertag, an dem anti-israelische Demonstrationen organisiert werden. Der Tag war 1979 ins Leben gerufen worden und wird seitdem in der arabischen Welt für Aufmärsche genutzt. Eine solche ist auch für Berlin angemeldet und hat trotz Gegenprotesten die Erlaubnis zu ziehen. Im vergangenen Jahr marschierten rund 1500 Menschen durch die Hauptstadt, forderten ein eigenständiges Palästina, griffen Israel verbal an und und riefen zur Eroberung Jerusalems (Al Quds ist der arabische Name) auf.

D_kippah2_31052019

Bei vergangenen Demonstrationen wurden auch israelfahnen verbrannt

Kippa als zeichen der Solidarität

Kritiker verurteilen die Demonstration, die sich gegen Israel als jüdischen Staat richtet, dessen Vernichtung fordert und klar antisemitisch ausgerichtet ist. Nachdem der deutsche Antisemitismusbeauftragte, Felix Klein, erst vor dem Tragen der jüdischen Kopfbedeckung Kippa in der deutschen Öffentlichkeit gewarnt hatte, ruft er nun alle Deutschen auf, am Samstag als Zeichen der Solidarität Kippa zu tragen.

Ändert Aktion etwas an Gegebenheiten?

Michael Rubinstein, Geschäftsführer des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in Nordrhein-Westfalen, hält den Aufruf grundsätzlich für positiv. Die Jüdische Gemeinde hat sich dem Aufruf nicht angeschlossen, da sie am Samstag Sabbat hält. Die Jüdischen Gemeinden freuen sich über jedes Zeichen der Solidarität. Rubinstein stellt allerdings die Nachhaltigkeit der Aktion in Frage. Denn mit der Solidaritätsaktion werden grundsätzlich diejenigen angesprochen, die offen und tolerant sind. Die Menschen mit antisemitischer Einstellung erreiche man so nicht. Dafür bedürfe es an den anderen 364 Tagen Selbstverständnis und eine deutliche Botschaft.

Kippa

Wer sich nun noch spontan solidarisch zeigen möchte, erhält hier eine Anleitung eine Kippa selber zu erstellen.

Am einfachsten häkelt man die Kippa. Garn und Farbe nach belieben. Es können auch Muster eingearbeitet werden. Grundsätzlich funktioniert es aber nach dem gleichen Prinzip.

D_kippa_anl_31052019

Man häkelt drei bis vier Luftmaschen. Dann sechs feste Maschen. Den Anfang der Reihe markieren (mit Faden oder Nadel), damit man nun beim rundhäkeln die Übersicht behält. Denn nun werden aus den sechs Maschen zwölf gemacht, indem man in jedes Loch zweimal sticht. Danach bei jeder weiteren Reihe sechs Maschen zunehmen, indem man nach jeweils zwei Maschen eine zunimmt. In der nächsten Reihe nach drei Maschen eine zunehmen und so weiter.

Wer ein Muster häkeln möchte, kann beispielsweise immer dort die Farbe wechseln, wo eine Masche zugenommen wird. So ergibt sich ein Spiralenmuster. Oder einfarbig starten und dann den Rand mit Muster häkeln.

Die Größe der Kippa richtig sich nach dem Kopf des Trägers.

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