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Home›Düsseldorf›Aktuelles›Düsseldorf: Fachtag „Gegen Altersarmut und Einsamkeit“ fordert mehr Sensibilität für Migranten

Düsseldorf: Fachtag „Gegen Altersarmut und Einsamkeit“ fordert mehr Sensibilität für Migranten

Von Ute Neubauer
21. März 2019
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Auf dem Fachtag wurde diskutiert, wie Teilhaben für alle Senioren ermöglicht werden kann

Einwanderer sind Menschen, "die heute kommen und morgen bleiben". Diesen Satz des Soziologen Georg Simmel zitierte Serap Güler, NRW-Staatssekretärin für Integration im Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration vor über 100 Teilnehmern aus Politik, Wohlfahrtsverbänden und sozialen Einrichtungen am Freitag (15.3.) beim Fachtag „Gegen Altersarmut und Einsamkeit“ im Haus der Kirche. Insbesondere die Situation der Senioren in der Gruppe der Migranten wurden am Freitag beleuchtet.

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Über Hundert Teilnehmer waren in das Haus der Kirche in der Bastionsstraße zum Fachtag gekommen

Der Fachtag wurde vom Kommunalen Integrationszentrum (KI) Düsseldorf im Amt für Migration und Integration und vom Amt für Soziales in Kooperation mit dem Integrationsrat und dem Seniorenrat organisiert.

In sechs Workshops zu den Themen „Kontakte und Netzwerke im Alter“, „Teilhabechancen verbessern“, „Bürgerschaftliches Engagement von und für Ältere mit Migrationshintergrund“, „Wohnen im Alter“, „Verschämte Armut“ und „Kommunikation mit Migranten“ diskutierten die Teilnehmer darüber, wie man die Situation für die älteren Migranten in Düsseldorf verbessern könne.

D_Altersarmut_WS_21032019

In den Workshops wurden die Themen im kleineren Kreis diskutiert

Staatssekretärin Güler wies auf das Armutsrisiko der Migranten hin, das mit 34,4 Prozent fast vier Mal so hoch sei wie das von einheimischen Senioren. Wie Altersarmut und Migration sich in Zahlen ausdrückt, darüber klärte Prof. Dr. Antonio Brettschneider von der TH Köln in seinem Vortrag auf. Im dritten Quartal 2018 bezogen bundesweit 550.000 Senioren Grundsicherung, davon 25 Prozent Ausländer. Für Düsseldorf sind die Zahlen weitaus alarmierender. Hier sind 41 Prozent der Grundsicherungsbezieher Ausländer, darunter vor allem familienorientierte Frauen, ehemalige Selbstständige und Zuwanderer.

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(v.r.) Anne Kühl (Koordinatorin "zentrum plus" Lierenfeld) und Fariba Haghigat (Sozialer Dienst) arbeiten bei der AWO, hier mit Brigitte Reinhardt, die im Bezrik 8 für den Seniorenrat kandidiert

Für Hartmut Mühlen, Sprecher des Arbeitskreises „Dialog der Generationen und Kulturen“ des Seniorenrates ist die Sprache das A und O im Kontakt. „Direkte Nachbarschaftshilfe und eine bessere Organisation der rund 140 Migrantenvereine in Düsseldorf sind wichtige Schritte, um mit den Senioren persönlich in Kontakt zu treten“, davon ist er überzeugt.

Das Fazit des Fachtages war eindeutig: Die Bedürfnisse der Senioren sind unabhängig von der Nationalität soziale Teilhabe, bezahlbarer Wohnraum und eine gute medizinische Versorgung.

Wichtiger Termin: Seniorenratswahlen im März 2019

Dafür das alle Senioren – gleich welcher Herkunft – gehört werden, setzt sich der Seniorenrat seit 40 Jahren ein. Die neuen Vertreter können in diesem Monat gewählt werden. Alle Wahlberechtigten haben ihre Stimmzettel per Post erhalten und können noch bis zum 31. März für die Vertreter in ihrem Bezirk ihre Stimme abgeben, in dem sie den Wahlbrief per Post zurücksenden.

Fotos: Brigitte Reinhardt

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