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Home›Wirtschaft›Gewerkschaften›Düsseldorf: Streit um die Frage des Patientenwohls an der Uniklinik

Düsseldorf: Streit um die Frage des Patientenwohls an der Uniklinik

Von Ute Neubauer
19. Juni 2018
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Die Streikenden zogen am Dienstag durch die Uni-Gelände

Fragt man die Leitung der Uniklinik Düsseldorf, ist das Patientenwohl das höchste zu verfolgende Ziel und das UKD investiert viel Know how und Geld, um dieses Ziel zu erreichen. Fragt man die Gewerkschaft ver.di, ist das Patientenwohl das höchste Ziel und das sei in Gefahr, da die Belastungen der Mitarbeiter zu groß seien. Fragt man die Patienten, um deren Wohl sich alle sorgen, hört man von langen Wartezeiten auf Behandlungen und Operationen, überlastetem Personal und das man gerne einen weiten Bogen um die Uni-Kliniken machen möchte – wenn es ginge.

Verschiedene Wahrnehmung

Die Kommunikation zwischen Klinikleitung, Personal und Patienten scheint gestört, denn offenbar gibt es sehr unterschiedliche Wahrnehmungen über den Klinikalltag. Die Düsseldorfer lesen in einem ganzseitigen offenen Brief einer Tageszeitung, wie die Klinikleitung den Gewerkschaften vorwirft, die Versorgung der Patienten aufs Spiel zu setzen. Am Dienstag (19.6.) teilt Prof. Dr. Benedikt Pannen, stellvertretender Ärztlicher Direktor des UKD, als Antwort auf die aktuelle Streikaktion der Gewerkschaft verdi mit: „Unser Mitgefühl gilt allen Patientinnen und Patienten, deren Behandlung durch diese Arbeitskampfmaßnahmen jetzt nicht in der gewünschten Weise erfolgen kann."

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Die Streikenden zogen an den Büros der Klinilleitung vorbei, zu Gesprächen kam es dabei nicht

Rund 250 der rund 8.000 Mitarbeiter des UKD und der Tochterfirmen haben sich am Dienstag am Warnstreik beteiligt. Das sind rund drei Prozent der Beschäftigten, was nach Aussage der Klinikleitung bereits zu "spürbaren Beeinträchtigungen" im Klinikbetrieb und der Schließung von 21 Operationssälen geführt habe. Zwei Drittel aller für Dienstag angesetzten Operationen hätten verschoben werden müssen.

Die Mitarbeiter streiken für Entlastung, nicht für mehr Geld

Laut dem Institut der Deutschen Wirtschaft liegt die Krankheitsquote im Gesundheitswesen bei über sechs Prozent, höher als in anderen Bereichen, was die Gewerkschaften auf die hohe Belastung zurückführen. Dass nun bereits drei Prozent streikende Mitarbeiter den Betrieb der Unikliniken so stark beeinträchtigen, ist ein deutlicher Hinweis darauf, wie dünn die Personaldecke am einstmals renommierten Düsseldorfer Uniklinikum tatsächlich ist.

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Niko Köbbe leitete den Streik im UKD am Dienstag

Die Verhandlungsführer von ver.di haben bereits im vergangenen Jahr versucht, in Gesprächen mit der Klinikleitung eine mindestens notwendige Personalstärke für die Stationen festzulegen, um daraus einen Personalbedarf abzuleiten. Das hat der Vorstand des UKD bisher strikt verweigert. Die Klinik verweist auf eine Entlastung durch ein geändertes Arbeitszeitmodell und die Einstellung von 80 Hilfskräften, die auf den Stationen Servicearbeiten in der Essensversorgung übernehmen.

Maßnahmen des UKD unzureichend

Dass diese Maßnahmen nicht den gewünschten Erfolg gebracht haben, wird durch den Streik deutlich. Denn die Stimmung unter den Beschäftigten ist nach Angabe von ver.di äußerst schlecht. Einen Warnstreik von rund 50 Mitarbeitern am vergangenen Donnerstag (14.6.) haben die Gewerkschafter genutzt, auf den Stationen abzufragen, wie hoch die Streikbereitschaft ist. Der erneute Warnstreik geht über 48 Stunden und ist bewusst nicht mit Schwerpunkten versehen worden, so dass keine kompletten Stationen geschlossen werden mussten.

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Azubis und Mitarbeiter fühlen sich überlastet: "Atemlos durch die Schicht" ihr gönnt uns unsere Pause nicht, steht auf einem der Banner

Bundesweite Demonstration am Mittwoch

Am Mittwoch (20.6.) werden sich die Beschäftigten des UKD und der Tochterfirmen der bundesweiten Aktion „Mehr Personal für Krankenhäuser und Altenpflege“ anschließen, die aus Anlass der Gesundheitsministerkonferenz in Düsseldorf zu einer großen Demonstration aufgerufen haben. In drei Sternenmärschen werden die unzufriedenen Mitarbeiter ab 11 Uhr in den Hafen zum Tagungsort ziehen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann haben einen Besuch auf der Kundgebung der Demonstranten angekündigt.

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