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Home›Wirtschaft›Karriere›Düsseldorf: Bundesweit erster Integration Point für Flüchtlinge startet

Düsseldorf: Bundesweit erster Integration Point für Flüchtlinge startet

Von Ute Neubauer
24. September 2015
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An der Grafenberger Allee 300 ist in der 2. Etage nun mit dem Integration Point eine zentrale Anlaufstelle für Flüchtlinge eröffnet

Ob die sich Zukunft für Düsseldorfer Flüchtlinge bei der Suche nach Sprachkursen, Qualifikationen und Arbeit einfacher gestaltet, wird die Zukunft zeigen. Ein wichtiger Schritt dafür wurde am Donnerstag getan: Der Integration Point für Flüchtlinge geht an den Start.

Düsseldorf als Vorreiter

Roland Schüßler, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit in Düsseldorf, vermittelt bei der Eröffnung des Integration Points mit klaren Worten: „Wir schreiben jetzt kein seitenlanges Konzept, wir fangen an“. Der Integration Point in Düsseldorf ist Vorreiter seiner Art. Ziel ist es NRW-weit solche Anlaufstellen zu etablieren. Dortmund, Münster und Herford werden als nächste Städte folgen.

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"Im Integration Point sind künftig alle Kompetenzen unter einem Dach", sagt Rolans Schüßler, Chef der Arbeitsagentur Düsseldorf

Integration Point Düsseldorf

Zehn Mitarbeiter, Fachleute vom Jobcenter, der Arbeitsagentur und dem Jugendamt, kümmern sich um die Belange der Flüchtlinge. Dabei macht jeder Mitarbeiter die komplette Beratung von etwa 60 – 100 Flüchtlingen, eine Aufstockung der Stellen ist schon im Gespräch. Die Kunden können zu ihnen in die Büros in der 2. Etage an der Grafenberger Allee 300 kommen. Dort werden sie bereits im Foyer auf das neue Angebot hingewiesen.

Zentrale Anlaufstelle

Ziel der Beratung ist die Feststellung des Status, um dann eine möglichst schnelle Integration in den Ausbildungs- oder Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Geklärt wird, welche Qualifikation, welche Nachweise darüber, welche Sprachkenntnisse und welchen Aufenthaltsstatus hat der Flüchtling. Viele dieser Informationen sind noch in keinem System erfasst. Miriam Koch, Flüchtlingsbeauftragte von Düsseldorf, erläutert, das Name und Geburtsdatum oft die einzigen Daten sind, die vorliegen. Die Formulare bei der Erstaufnahme erheben keine Daten über den Bildungsstand. Mit Hilfe von Ehrenamtlern soll nun, bei den bereits in Düsseldorf lebenden Asylbewerbern, versucht werden, durch Befragung den Beruf und die Ausbildung zu dokumentieren.

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(v.l.) Roland Schüßler, Raimund Becker, Christiane Schönefeld, Wilhelm Schäffer und Miriam Koch beim Pressegespräch zur Eröffnung des Integration Points

Ohne Sprachkenntnisse keine Arbeit

Da sehr oft keine Nachweise über Abschlüsse und Qualifikationen vorliegen, beginnt dann der Weg, die Kompetenz mit Hilfe von Handwerkskammer, IHK und Unternehmen zu ermitteln. Aber auch nach festgestellter Qualifikation sind die Deutschkenntnisse nach Sprachniveau B2 (selbständige Sprachverwendung, erweiterte Kenntnisse) für die Berufsausübung in Deutschland zwingend erforderlich. Für die Sprachtest ist allerdings der Besuch eines Integrationskurses Voraussetzung. Bis der Flüchtling dort einen Platz erhält, können Monate vergehen und selbst dann benötigt die Sprachqualifikation in der Regel ein Jahr, bis die gewünschten Abschlüsse erreicht sind. Zwar signalisieren viele Arbeitgeber ihre Bereitschaft Flüchtlingen eine Chance zu geben, aber der gesicherte Aufenthaltsstatus und die Sprachkenntnisse sind Voraussetzungen, die die Bewerber erfüllen müssen.

Es gibt keine Bevorzugung von Flüchtlingen

Ein langer Weg für die Flüchtlinge, die nun durch das Netzwerk der Ämter im Integration Point beschleunigt werden soll. Wilhelm Schäffer, Staatssekretär im NRW-Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales, betonte, dass die Einrichtung dieser Stelle in keiner Weise zu Reduzierung der Leistungen für andere Arbeitssuchende führen wird. Es wird geprüft, ob öffentlich geförderte Arbeitsplätze für Langezeitarbeitslose ihren Einsatz bei der Betreuung und Integration der Flüchtlinge finden können.

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Christiane Schönefeld, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit, rechnet mit einem Anstieg der Arbeitslosenzahlen, aber die Investition in die Bildung der Asylbewerber verhindere Langzeitarbeitslosigkeit.

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