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Home›Düsseldorf›Aktuelles›Kulturgut oder veraltet: Diskussion über Gaslaternen in Düsseldorf

Kulturgut oder veraltet: Diskussion über Gaslaternen in Düsseldorf

Von Ute Neubauer
24. April 2015
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(v.l.) Georg Schumacher, Rainer Matheisen und Andreas Meßollen fordern den Erhalt der Gasleuchten

Berlin hat etwa 40.000 Gaslaternen, aber der Beschluss zum Abbau steht. In Düsseldorf sind es 15.000 Gaslaternen, aber die FDP und die Initiative Pro Gaslicht kämpfen für den Erhalt.

Was ist so besonders an den Gaslaternen? Mehrere Dutzend Düsseldorfer trafen sich jetzt vor dem Düsseldorfer Rathaus, um genau diese Frage zu klären. Sie sind der Einladung von FDP-Ratsherr Rainer Matheisen gefolgt, der auch eine Online-Petition für der Erhalt der besonderen Straßenbeleuchtung gestartet hat. Unterstützt wird er an diesem Abend von Georg Schumacher, der beruflich die Rheinbahn nach außen vertritt, sich in seiner Freizeit dem Erhalt der Gaslaternen verschrieben hat. Fachliches Know-how bringt Andreas Meßollen ein. Er ist mit der Technik der Gaslaternen bestens vertraut und hat für die Führung durch die Altstadt eine kleine Gaslaterne mitgebracht. Gespeist wird sie von einer Gaskartusche, die Andreas Meßollen im Rucksack mit sich trägt.

Beim Rundgang ging vielen ein Licht auf

Langsam dämmert es auf dem Rathausplatz, als die Gruppe sich in Bewegung setzt. Gleich am Rathaus befinden sich noch ursprüngliche Gaslaternen, deren kleine Zündflammen darauf warten, die Glühstrümpfe zum Leuchten zu bringen. Im Gegensatz zu den Fotosensoren, die bei den elektrischen Laternen für das Einschalten sorgen, werden die Gaslaternen durch eine kurze Druckerhöhung im Gasnetz gestartet. Die Gruppe erkennt nach den Erläuterungen von Georg Schumacher schnell, wo sich noch originale Gaslaternen befinden und wo ‚Nachbauten‘ mit LED-Licht die Straßen erhellen.
Licht machen beide, was unterscheidet sie? Andreas Meßollen beschreibt leidenschaftlich die verschiedenen Lichtarten. Denn gelbliches Natriumdampflicht, wie es bei der normalen Straßenbeleuchtung zum Einsatz kommt, lässt Farben blass erscheinen. Ganz im Gegensatz dazu das warme Licht der Gaslaternen. Ähnlich wie eine Kerze. "Gaslicht macht glücklich", davon ist er überzeugt.

Stadt sieht das Thema rein wirtschaftlich

Die Entscheidung der Stadt wird allerdings nicht von Gefühlen, sondern von Wirtschaftlichkeitsrechnungen getragen. Die Stadtwerke sind für die Wartung und Instandhaltung aller Straßenlaternen in Düsseldorf zuständig. Sie beschreiben die neuen LED-Leuchten als wartungsarm und entsprechend wirtschaftlicher. Doch viele defekte und verschmutze Nachbau-Laternen lassen an dieser Aussage zweifeln.

Gasleuchten sind Kulturgut

Die Gasleuchten prägen mit ihrem weichen Licht das Bild von Düsseldorf. Das typische Ambiente in den Stadtteilen zieht viele Besucher und Touristen aus der ganzen Welt an. Es ist also nicht nur eine zweckmäßige Beleuchtung, sondern ein Kulturgut, das es sonst in dieser Form auf der ganzen Welt nicht mehr gibt. Die Verwaltung erarbeitet aktuell ein Konzept, wenigstens einen Teil der Leuchten zu erhalten. Ein erster Schritt.

Rainer Matheisen sammelt mit einer Online Petition Unterschriften für den Verbleib aller Gasleuchten in Düsseldorf. Bisher sind 2340 Unterschriften gesammelt, einen Monat können Bürger die Petition noch unterstützen unter  https://www.openpetition.de/petition/online/fur-den-erhalt-der-weltweit-einmaligen-dusseldorfer-gasbeleuchtung

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