Düsseldorf: Das Publikum der Weissfräcke begeistert die Künstler*innen

Die DKG Weissfräcke stehen zum Lackschuhkarneval und so waren die bunt verkleideten Gäste bei der Prunksitzung in den Rheinterrassen eher die Ausnahme. Wer aber denkt, Lackschuhkarneval und ausgelassene Stimmung passen nicht zueinander, der wurde am Samstagabend (31.1.) eines Besseren belehrt. Egal ob Redner*in, Band oder Tanzgarde – alle wurden begeistert gefeiert und das größte Lob gab es von Ingrid Kühne: „Wenn alle Gäste so wären wie ihr, dann würde ich auch weiter im Karneval auftreten“.

Beste Stimmung im Saal mit der Wimmer Band
Und nicht nur Ingrid Kühne bekam stehenden Applaus. Der unerwartete Höhepunkt des Abends war Jürgen Hilger. Er dachte, er sei nur als Redner gebucht und musste sich noch beeilen zu den Rheinterrassen zu kommen, da Weissfräcke-Literat Peter Mayer am Abend mehrfach das Programm anpassen musste, weil es spontane Verzögerungen bei Künstlern gab. Hilger trug seine mit vielen Anspielungen gespickte Rede vor und endete mit der Solidaritätsaufforderung an alle „Jacques Tilly ist ein Held“.

Sichtlich gerührt nahm Jürgen Hilger die Ehrung entgegen
Währenddessen hatten sich die Paginnen bereit gemacht, denn Präsident Burkard Brings nahm die höchste Ehrung vor, die die Weissfräcke vergeben: Jürgen Hilger erhielt die Hugo-Cremer-Medaille. Sichtlich gerührt nahm der Ehrenmützerträger die Medaille entgegen. Hilger hat Hugo Cremer, den Gründer Weissfräcke und langjährigen Präsidenten des Bundes Deutscher Karneval, noch persönlich gekannt, schließlich blickt er auf eine 55-jährige Bühnenpräsenz als Redner und auch Hoppeditz zurück. Er tritt damit in die Reihe von bisher nur vier Personen, die diese Ehrung erhielten: der ehemalige Oberbürgermeister Joachim Erwin, Sänger Hans Heinrichs, Jacques Tilly und Markus Ritterbach für das Festkomitee Kölner Karneval. Hilger beendet seine Bühnenkarriere mit dieser Session und freute sich sehr über die Auszeichnung und die Beifallbekundungen der Gäste.

Schon Gründer Hugo Cremer hielt Kontakt mit Berlin, am Samstag war einer große Abordnung verschiedenen Berliner Kanrevalsvereine zu Gast bei den Weissfräcken
Normalerweise werden bei Sitzungen nie drei Redebeiträgen hintereinander platziert, aber auch das war beim Publikum der Weissfräcke möglich. Denn seit 2011 stellt sich jeweils eine Persönlichkeit der „Närrische Reifeprüfung“. In diesem Jahr die ehemalige Trainerin der Frauen-Fußballnationalmannschaft Martina Voss-Tecklenburg. Dem jeweiligen Prüfling ist es selber überlassen, wie er oder sie die Prüfung gestaltet. Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller spielte Schlagzeug, NRW-Innenminister Herbert Reul kam in Uniform und schlug das Trömmelchen. Voss-Tecklenburg hatte sich für eine Reimrede entschieden, mit der sie besonders die Damen im Saal auf ihre Seite brachte, denn es ging um den Frauenfußball. Dabei kam auch zur Sprache, dass sich die Männer wehleidig immer lange auf dem Boden wälzen, während die Spielerinnen zügig weiterspielen. Auch sei die Erfolgsbilanz gemessen an Titeln bei den Damen deutlich besser, als bei den Herren. Mit ihrem Fazit „Frauen brauchen keine Eier, sie haben Pferdeschwänze“ war ihr der Applaus aller Gäste sicher und sie bestand mit summa cum laude.

Martina Voss-Tecklenburg hat die närrische Reifeprüfung bestanden
Die Prunksitzung bestand aber nicht nur aus Vorträgen. Gleich zum Auftakt präsentierte die Tanzgarde der Düsseldorfer Originale ihre grandiosen Showtanz und wurde nicht ohne Zugabe von der Bühne gelassen. Das Düsseldorfer Prinzenpaar Prinz Marcus I. und Venetia Nicole zogen mit Garde ein, aber einige schauten irritiert auf die Farbe. Denn es war die Große Rheydter Prinzengarde und das Bundesschützen Tambourcorps Neuwerk, die die Tollitäten begleiteten. Nach dem obligatorischen Sekt für Prinzenpaar und Adjutantur und dem Sessionslied des Prinzenpaars, begeisterten die Rheydter Garde Girls mit ihrem Showtanz.

Die Garde Girls der Großen Rheydter Prinzengarde
Mit Redner Djavid, den Swinging Funfares, der Wimmer Band, den Rabaue, den Fidelen Zunftbrüder und Zunftmüüs sowie der Band Palaver war für ein abwechslungsreiches Programm gesorgt, bei dem viel getanzt, geschunkelt und gesungen wurde – dazu gehörten auch Polonaisen durch den Saal.
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