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Home›Politik›Düsseldorf Derendorf: Soziale Wohnprojekte auf dem Areal der Ulmer Höh

Düsseldorf Derendorf: Soziale Wohnprojekte auf dem Areal der Ulmer Höh

Von Claudia Hötzendorfer
9. August 2016
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Welch großes Gelände sich hinter den ehemaligen Gefängnismauern verbirgt, erkannt man am besten aus der Luft, Foto: Landeshauptstadt Düsseldorf, Vermessungs- und Katasteramt

Seit dem Auszug der Justizvollzugsanstalt 2012 steht das Areal Ulmer Höh leer. In der Diskussion ist die Nutzung des Geländes als Wohnquartier. Derendorf ist einer der Stadtteile, mit einem lebendigen Miteinander aller Altersgruppen und Einkommensschichten. Deshalb wünschen sich die Anwohner ein Quartier, das diese Vielfalt auch widerspiegelt und kein Luxusdomizil, wie sie in Düsseldorf vielfach entstehen. „Es soll ein Wohnprojekt für die Menschen aus dem Stadtteil werden“, hofft auch Marlene Utke, Vorsitzende der Initiative Wohnen in Gemeinschaft (WiG) und Seniorenbeirätin für den Bezirk 1, die am Samstag (6.8.) gemeinsam mit Ratsherr Philipp Tacer (SPD) und der privaten Baugruppe „Leben-Kunst-Ulmer-Höh“ interessierte Bürger über den Stand der Dinge informierte.

Die WiG ist im Gespräch mit der Stadt für ein generationsübergreifendes und barrierefreies Mietobjekt auf dem südlichen Teil des ehemaligen Knastgeländes. Allein, der Investor fehlt noch.

Auch für den nördlichen Teil der Ulmer Höh gibt es konkrete Pläne, sofern es nach Horst Wackerbarth, Sprecher von „Leben-Kunst-Ulmer-Höh“ geht. Denn dort steht auch die ehemalige Kapelle des Gefängnisses, das auf 150 Jahre Geschichte zurückblickt, die – da sind sich Künstler Wackerbarth und SPD-Mann Tacer einig, unbedingt bewahrt werden sollte. „Dort saßen die Geiselnehmer von Gladbeck ebenso ein, wie der RAF-Terrorist Andreas Baader. Der ‚Vampir von Düsseldorf’, Peter Kürten, wurde dort sogar hingerichtet“, zählt Horst Wackerbarth auf.

Kapelle soll Wohn- und Kunstraum werden

Geht es nach den Plänen seiner Gruppe, wird der untere Teil der Kapelle in acht Sozialwohnungen mit je 50 m² und sieben Wohneinheiten mit rund 100 m² umgewandelt. Die eigentliche Kapelle liegt darüber, was ungewöhnlich für ein Gotteshaus ist. Dieser Raum soll öffentlich zugänglich sein und Kunstprojekten oder Veranstaltungen für Bürger offen stehen. Außerdem soll dort die bewegte Geschichte der Ulmer Höh dokumentiert werden.

Ob es soweit kommt? Brandstiftung im historischen Gemäuer vor einigen Wochen, lässt die ursprünglichen Pläne auf der Kippe stehen.

Die Stadt will noch in diesem Jahr, das Areal öffentlich ausschreiben. „Der Investor muss sich allerdings verpflichten, 50 % mit sozialem Wohnraum zu bebauen“, stellt Philipp Tacer klar. Es bleibt also spannend, wie und von wem das Areal an der Ulmer Höh am Ende genutzt wird.

Informationen zum aktuellen Stand der Projekt finden sie auf der Homepage des Vereins "Wohnen in Gemeinschaft" (WIG) und beim Kunstverein "Leben-Kunst-Ulmer-Höh".

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